Anwaltskosten

Die Kosten für das Engagieren eines Anwalts

Die rechtliche Beratung und Vertretung durch einen Anwalt kann vor Gericht, oder auch außerhalb, einen entscheidenden Faktor für den Ausgang eines Rechtsprozesses darstellen: zum einen ist ein Rechtsanwalt mit den für den Rechtsfall relevanten Gesetzen vertraut. Zum anderen sind ihm über dies hinaus Strukturen einer Gerichtsverhandlung und die damit einhergehenden Fristen bekannt. Das sind wichtige Aspekte, die ausschlaggebend für den positiven Verlauf eines Rechtsprozesses sind sein können.

 

 

Mit oder ohne Anwalt?

Für eine rechtssuchende Person, die zuvor noch nie in einen Rechtsprozess verwickelt war, kann das Kontaktieren eines Rechtsanwaltes mit einer Unsicherheit verbunden sein. Diese ist häufig unbegründet. Ursächlich ist oft die Unklarheit über die Notwendigkeit eines Anwalts für den eigenen Rechtsprozess und, ob die Kosten für einen Anwalt nicht an anderer Stelle besser investiert werden könnten. Doch auch diese Sorgen sind meist unbegründet. Eine Beratung durch einen Rechtsanwalt kann in allen rechtlichen Auseinandersetzungen hilfreich sein, da ein Rechtsanwalt zum weiteren Vorgehen beraten und relevante Informationen weitergeben kann. Vermeintlich astronomische Kosten sind zudem eine übliche Besorgnis. Allerdings stehen die Kosten eines Rechtsanwalts nicht in den Sternen geschrieben, sondern lassen sich aus unterschiedlichen Faktoren nachvollziehbar zusammensetzen. So kann der Klient vor dem Anfallen und auf Grundlage der Kalkulation der Kosten die Konsultation eines Anwalts abwägen.

 

Gerichtliche Verhandlung oder außergerichtliche Einigung?

Grundlegend werden für einen Rechtsanwalt vor Gericht und auch außergerichtlich unterschiedliche Kosten entstehen. Damit Sie den finanziellen Umfang Ihres Falles einschätzen können, ist es wichtig in Erfahrung zu bringen, ob Ihr Fall zwingend vor Gericht verhandelt werden muss, oder ob auch eine außergerichtliche Einigung möglich wäre. Dies kann durch ein Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt besprochen werden. So muss beispielsweise eine Scheidung in Deutschland zwingend durch ein Gericht ausgesprochen werden. Eine Mediation, also eine außergerichtliche Einigung, ist in diesem Rechtsfall nicht möglich. Im Folgenden werden die Kosten für das Engagieren eines Rechtsanwaltes aufgeschlüsselt.
 

Zusammensetzung der Kosten für einen Rechtsanwalt

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

Ein Rechtsanwalt berechnet die Kosten seiner Arbeit nicht einfach frei aus der Hand. Die Grundsätze für die Bezahlung eines Anwalts werden im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz von staatlicher Seite vorgegeben. In diesem Rahmen kann ein Rechtsanwalt seine Kosten berechnen. Entscheidend für die entstehenden Kosten sind dabei der Streitwert des Prozesses, die Anzahl der beteiligten Mandanten und auch in welchem Raum der Prozess stattfindet.

Streitwert und beteiligte Mandanten?

Mit dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz wurde insbesondere die Motivation geschaffen, Rechtsstreitigkeiten auch außergerichtlich durch eine Mediation zu lösen. Das entlastet nicht nur die Gerichte. Auch für den Mandanten kann eine Mediation von Vorteil sein, da Gerichtskosten und mögliche Urteile wegfallen.

Erste Beratung: max. 190,00 EUR

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz setzt einerseits preisliche Grenzen nach oben, aber andererseits Mindestbeträge – eine Art Mindestlohn – gesetzlich fest. So kann ein erstes Beratungsgespräch höchstens 190,00 EUR kosten (zzgl. Umsatzsteuer).
Die Kostengrenze nach unten soll sich keinesfalls gegen den Rechtssuchenden wenden. Vielmehr geht es darum, die  Qualität der rechtlichen Beratung und Vertretung sicherzustellen, indem Rechtsanwälte nicht in den Preis-, sondern in den Qualitätswettbewerb treten. Letztlich ein weiterer Vorteil für den Mandaten.

Kostenaufschlüsselung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

Satzungen GesetzeBei den Kosten für einen Anwalt kann zwischen Beitragsgebühren und Satzgebühren unterschieden werden. Beitragsgebühren geben, gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, feste Gebühren an, die vor allem im Strafrecht und Verwaltungsrecht angewendet werden. In zivilen Angelegenheiten werden vorwiegend Satzgebühren abgerechnet. Diese stehen in Abhängigkeit zu dem jeweiligen Streitwert bzw. Gegenstandswert des Falls und werden durch eine ermittelte Wertgebühr errechnet. Als Maßstab kann gesagt werden, dass mit einem höheren Streitwert auch die Kosten für einen Rechtsanwalt steigen.

Straf- und Verwaltungsrecht: Beitragsgebühren, Zivilrecht: Satzgebühren

Zu den Satzgebühren können auch Geschäftsgebühren, Verfahrensgebühren und Termingebühren berechnet werden. Geschäftsgebühren werden für außergerichtliche Tätigkeiten berechnet, wohingegen Termingebühren für das Wahrnehmen eines Gerichtstermins anfallen. Verfahrensgebühren werden bei einer gerichtlichen Vertretung durch den Anwalt erhoben. Zusätzlich berechnen die meisten Anwälte eine Auslagenpauschale für entstandene Materialkosten. Diese dürfen allerdings den Höchstsatz von 20,00 EUR nicht überschreiten. Auch Fahrtkosten können bei einem Gerichtstermin berechnet werden. Daher kann es sich lohnen, einen Anwalt in der Nähe des für den Rechtsprozess zuständigen Gerichts zu suchen.

 

Überblick der Kostenaspekte

Folgende Aspekte müssen für das Berechnen der Kosten für einen Rechtsanwalt beachtet werden:

  • Beitragsgebühren
  • Satzgebühren
    • Geschäftsgebühren
    • Verfahrensgebühren
    • Termingebühren
  • Auslagen
  • Fahrtkosten

Um die genauen Kosten für einen Anwalt zu bestimmen, kann allerdings keine andere Möglichkeit geben, als den entsprechenden Rechtsanwalt zu kontaktieren und ein mögliches Beratungsgespräch zu führen.

Hinweise für die Arbeit mit einem Rechtsanwalt

Einige Anwälte berechnen für Ihre Arbeit einen Vorschuss. Das bedeutet aber nicht, dass diese Anwälte teurer sind als andere. Nach Beendigung des Rechtsprozess werden die Gesamtkosten genau mit der bereits gezahlten Vorzahlung verrechnet.

Kostenhilfe

 

Unzureichende finanzielle Mittel? Antrag auf Prozesskostenhilfe

Sollten die finanziellen Kosten für die Arbeit eines Rechtsanwalt Ihr persönliches Budget überschreiten, so kann in einigen Fällen auf Antrag eine Prozesskostenhilfe oder eine Beratungshilfe bewilligt werden. Als Dienstleister müssen auch Anwälte auf Ihre Arbeit eine Umsatzsteuer von 19% der Gesamtkosten erheben. Diese werden in den Rechnungen zusätzlich abgerechnet.

Die Vergütungsvereinbarung

Entstehende Kosten können in einer Vergütungsvereinbarung festgehalten werden, die zwischen Anwalt und ratsuchender Person geschlossen werden kann. In dieser sind anfallende Kosten spezifisch für den rechtssuchenden Kunden verständlich aufgeschlüsselt. Liegt keine Vergütungsvereinbarung vor, so muss sich trotzdem an die Vorgaben des Rechtsanwaltsvergütungsgesetz gehalten werden.

Vergütungsvereinbarung oder Honorarvertrag?

Kosten für AnwaltAls Alternative kann für eine einfache Beratung zu einem Rechtsfall auch ein Honorarvertrag zwischen Anwalt und Mandanten geschlossen werden. Dieser legt die Kosten für den Fall eines Mandanten spezifisch fest.

Gesamtübersicht der Anwaltskosten

Am Ende des Paragraphendschungels kann die Höhe der auf einen zukommenden Anwaltskosten auch von Rechtsuchenden ungefähr überschlagen werden. Dafür müssen die Anwaltsgebühren, bestehend aus Beitragsgebühr und Satzgebühr, mit den entstehenden Auslagenkosten und der Umsatzsteuer summiert werden.

Klarheit durch Vergütungsvereinbarung: Kontaktieren Sie uns!

Wirkliche Klarheit über entstehende Gebühren kann eine Vergütungsvereinbarung zwischen Anwalt und Mandat schaffen. Auf Grundlage dieser kann ein Mandat sicherstellen, dass die finanzielle Belastung für einen Rechtsprozess aufbracht werden kann. Ein Beratungsgespräch ist ein erster Schritt, um sich ein Bild über das weitere Vorgehen bei einem Rechtsprozess zu verschaffen. So kann eine Strategie erarbeitet werden und auch Klarheit über anfallende Kosten geschaffen werden.

 

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